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„Sogar mein ungeborener Sohn wurde angegriffen“

Darf jeder Internet-User alles? Müssen wir uns im Web alles gefallen lassen? Und wie soll ein von der Bundesregierung gewünschtes „Vermummungsverbot“ für alle Internet-Nutzer durchgesetzt werden? Mit diesen Fragen konfrontierte krone.tv-Moderatorin und Kolumnistin Katia Wagner ihre Gäste am Mittwoch im „Krone“-Studio. Auch ein sogenannter Hater war eingeladen, er stellte sich allerdings nicht der Diskussion. Der Tenor der Debatte: Menschen, die Hassbotschaften verfassen, sehnen sich vor allem nach Aufmerksamkeit. „Hass im Netz hat einen gewissen Suchtfaktor“, erklärte etwa Philippa Strache. Die Highlights des Talks sehen Sie im Video oben, hier finden Sie die gesamte Sendung zum Nachsehen!



Philippa Strache erklärte, dass selbst ihr ungeborener Sohn bereits von Hatern angegriffen worden sei. Daher findet sie die Maßnahmen der Regierung gegen Hass im Netz auch gut: „Ich glaube, die Maßnahmen sind richtig. Das ist keine reale Welt, wenn Respekt nicht gewahrt wird, dann hat es dort keinen Platz.“ Respekt vor dem anderen sei generell ein großes Thema im Internet, dies müsse auch gelernt und vor allem Kindern vermittelt werden. „Viele Poster sind gar nicht willens, andere Meinungen zu akzeptieren.“


„Leute unzufrieden mit dem eigenen Leben“ Woher dieser Hass kommt, versuchten auch die beiden Internet-Stars Dzeni und Valentina Vale zu ergründen. „Ich habe das Gefühl, dass Leute unzufrieden mit dem eigenem Leben sind“, analysierte etwa Dzeni von „inspiredbyDzeni“ die Motivation von Hatern. „Diese Meinung würden sie nie vor Ort sagen.“ Jene, die Hassbotschaften verbreiten, würden meist ja nicht einmal darüber nachdenken, was sie da schreiben und was es bei dem anderen auslösen könnte. 

Dass sich Influencer selbst inszenieren würden und daher auch mit dem Hass umzugehen lernen müssten, akzeptierte sie dabei nicht als Ausrede. „Ich poste Bilder, weil ich zeigen will, dass ich eine starke Person bin und dass ich was im Köpfchen habe. Viele Leute sehen aber nur den Körper und nicht das Dahinter.“ Was viele Menschen aber nicht verstehen würden: „Ich bin nicht das, was ich auf Instagram bin, weil das ist ein Ideal.“




„Mehr in die Erziehung der Kinder investieren“ „Diese Menschen haben einen respektvollen Umgang nicht gelernt und haben nicht gelernt, wie man konstruktive Kritik ausspricht“, pflichtete auch Valentina Vale dem allgemeinen Tenor bei. In diesem Bereich müsse auch in Zukunft eingegriffen werden: „Es muss mehr in die Erziehung der Kinder investiert werden. Kinder müssen lernen, wie man mit Medien umzugehen hat. Es fehlt der respektvolle Umgang.“ Ihr persönlicher Umgang mit Hatern, die vor allem nach Aufmerksamkeit heischen würden, sei dabei jener: „Ich blockiere die Menschen meistens. Gehe dann gar nicht drauf ein.“


„Wurzel des Übels ist die Anonymität“ „Diese Leute sind dumm, extremistisch, respektlos und haben keine gute Erziehung genossen“, erklärte auch Rechtsanwalt Dietmar Heck. Dabei zog er aus der eigenen Erfahrung ein eher düsteres Fazit: „Ich glaube schon, dass die meisten Verfasser von Hasspostings wissen, was sie damit anrichten. Die wollen beleidigen.“ Die „Wurzel des Übels ist dabei die Anonymität“. Daher begrüßte er auch die Maßnahmen der Bundesregierung, die den Hass im Netz zurückdrängen sollen.


Die Highlights der Sendung finden Sie hier: https://www.krone.at/1812156

Die gesamte Sendung sehen Sie hier:https://www.krone.at/1813121