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Handyverbot an Schulen - auch bei uns sinnvoll?

Aktualisiert: 22. Aug 2018

Es war eines der Wahlversprechen des nunmehrigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron, nun ist es durch die Zustimmung des Parlaments endgültig beschlossene Sache: Frankreich führt im Herbst ein gesetzliches Handyverbot an Schulen ein. Ab dann müssen Mobiltelefone von allen Kindern und Jugendlichen in Vor-, Grund- und weiterführenden Schulen, also von drei bis 15 Jahren, zu Hause bleiben. Was bei vielen Schülern für besonderen Unmut sorgt: Das Verbot gilt grundsätzlich auch in den Pausen und auch außerhalb der Klassenzimmer.


Sinn hinter dem gesetzlichen Verbot sei, dass sich Schüler ohne die Ablenkung eines in der Schulbank liegenden Handys besser konzentrieren sollen. Dass auch im Pausenhof das Handy keinen Platz mehr hat, soll einerseits solche Mobbingfälle verhindern, bei denen Kinder und Jugendliche durch diskreditierende Fotos und Videos bloßgestellt werden könnten, andererseits sollen so auch gewalttätige oder pornografische digitale Inhalte aus den Schulen verbannt werden. Aber löst ein simples Verbot tatsächlich mit einem Schlag alle Probleme, die die Technologisierung für diese heranwachsende Generation mit sich bringt?





Contra: Schrei nach Digitalisierung und Handyverbot passen nicht zusammen Auch ein Handyverbot an Schulen wird die global fortschreitende Digitalisierung nicht aufhalten können. Im Gegenteil: Das französische Verbot und die daraus entstandene gesamteuropäische Diskussion darüber zeigen einmal mehr, wie rückschrittlich Europa dem Thema Technologie gegenübersteht. Der Schrei vieler Regierungen nach mehr Digitalisierung bleibt eine leere und gleichsam unglaubwürdige Worthülse, wenn man den nachkommenden Generationen tagsüber das Handy verbietet.


Das Verbot greift nämlich viel zu kurz: Sinnvoller wäre es, Schülern beizubringen, was ein verantwortungsbewusster Umgang mit Smartphones, Tablets und Co. bedeutet. Denn für die meisten Kinder ist der Begriff Datenschutz so greifbar wie der der Einkommenssteuererklärung, und dass man Hinrichtungsvideos lieber dem Plattformbetreiber melden als dem Sitznachbarn zeigen sollte, erklärt in der Schule auch kaum ein Lehrer.

Pro: Traurige Generation an „Smombies“, die das Leben nur aus YouTube kennen Was bleibt, ist allerdings, dass mit den nachkommenden Generationen zunehmend sogenannte Smombies heranwachsen. Das sind Smartphone-Zombies, die mit gesenktem, auf den blinkenden Handybildschirm gerichtetem Kopf durch die Gassen schlurfen und dabei gar nicht mehr mitbekommen, was um sie herum in der Welt geschieht. Anstatt verstecken zu spielen und herumzutollen, suchen junge „Smombies“ den buntesten Pokemon und lernen das Leben aus weichgezeichneten YouTube-Videos kennen.




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